Festgeldrechner – Zinsen und Endkapital berechnen
Ein Festgeldrechner zeigt, wie sich eine einmalige Geldanlage bei festem Zinssatz und vereinbarter Laufzeit entwickelt. Er berechnet Bruttozinsen, Endkapital und auf Wunsch auch Steuern, Gebühren sowie den Wert nach Inflation.
Die Modellrechnung ist nur so genau wie ihre Eingaben. Entscheidend sind Zinssatz, Laufzeit, Art der Zinsgutschrift, Wiederanlage, Steuerannahmen und Vertragsbedingungen.
Finanzieller Hinweis: Festgeld ist während der Laufzeit meist nicht frei verfügbar. Eine ausreichende Reserve für unerwartete Ausgaben sollte deshalb auf einem täglich verfügbaren Konto bleiben.
Was ist Festgeld?
Festgeld ist eine Bankeinlage mit festem Anlagebetrag, vereinbarter Laufzeit und in der Regel festem Zinssatz. Kapital und Zinsen werden entsprechend den Vertragsbedingungen während oder am Ende der Laufzeit ausgezahlt.
- hohe Planbarkeit durch festen Zins
- meist keine freie Verfügung während der Laufzeit
- keine Kursbewegungen wie bei Wertpapieren
- Schutz innerhalb der anwendbaren Einlagensicherung
Ein Sparbrief kann ähnlich funktionieren. Die genaue rechtliche und vertragliche Ausgestaltung muss jedoch im Produktblatt geprüft werden.
Festgeld und US-Certificate of Deposit
Ein Certificate of Deposit, kurz CD, ist ein US-amerikanisches Termineinlagenprodukt. Das Grundprinzip ähnelt Festgeld, doch Einlagensicherung, Besteuerung, Kündigungsregeln und Zinskonventionen unterscheiden sich.
Ein deutscher Rechner sollte US-CDs deshalb nicht automatisch wie deutsches Festgeld behandeln. Bei Fremdwährung kommen Wechselkurs- und mögliche Überweisungskosten hinzu.
Einfache Zinsrechnung
Werden die Zinsen nicht wieder angelegt, gilt:
Zinsen = Kapital × Zinssatz × Laufzeit
Bei 10.000 Euro, 3 Prozent pro Jahr und zwei Jahren ergeben sich 600 Euro Zinsen. Das Endkapital beträgt 10.600 Euro, sofern keine Steuern oder Gebühren abgezogen werden.
Zinseszins berechnen
Werden Zinsen gutgeschrieben und anschließend mitverzinst, entsteht Zinseszins:
Endkapital = Kapital × (1 + Zinssatz)Laufzeit
Beispiel: 10.000 Euro zu 3 Prozent über fünf Jahre ergeben:
10.000 × 1,035 = 11.592,74 Euro
Der Bruttozinsertrag beträgt damit 1.592,74 Euro.
Unterjährige Zinsgutschrift
Bei mehreren Zinsperioden pro Jahr lautet die allgemeine Formel:
Endkapital = K × (1 + r/m)m×t
- K = Anfangskapital
- r = nominaler Jahreszins als Dezimalzahl
- m = Zinsperioden pro Jahr
- t = Laufzeit in Jahren
Bei 4 Prozent Nominalzins und monatlicher Wiederanlage beträgt die effektive Jahreswirkung ungefähr 4,074 Prozent:
(1 + 0,04/12)12 − 1 ≈ 0,04074
Zinsen werden wieder angelegt oder ausgezahlt
Ein Rechner muss unterscheiden, ob Zinsen im Festgeld verbleiben oder auf ein Referenzkonto ausgezahlt werden.
- Wiederanlage: Zinseszins kann entstehen.
- Auszahlung: Die ausgezahlten Zinsen werden im Festgeld nicht weiter verzinst.
Bei 50.000 Euro und 3 Prozent Jahreszins beträgt eine vereinfachte monatliche Zinsauszahlung 125 Euro vor Steuern.
Laufzeit in Tagen berechnen
Nicht jede Anlage läuft über volle Jahre. Für eine einfache anteilige Verzinsung gilt:
Zinsen = Kapital × Jahreszins × Tage ÷ Zinstagebasis
Bei 20.000 Euro, 3,5 Prozent und 180 Tagen auf Basis von 365 Tagen ergeben sich ungefähr 345,21 Euro Bruttozinsen.
Der Vertrag kann eine andere Zinstagebasis oder Berechnungsmethode vorsehen. Für ein verbindliches Ergebnis sind die Bankbedingungen maßgeblich.
Endkapital nach Steuern und Gebühren
Nettoendkapital = Anfangskapital + Bruttozinsen − Steuern − Gebühren
Zinsen zählen in Deutschland grundsätzlich zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Der gesonderte Steuersatz beträgt regelmäßig 25 Prozent; hinzu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.
Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 Euro bei Einzelveranlagung und 2.000 Euro bei zusammen veranlagten Ehegatten oder Lebenspartnern. Damit die Bank ihn beim Steuerabzug berücksichtigt, kann ein Freistellungsauftrag erforderlich sein.
Vereinfachtes Steuerbeispiel
- Bruttozinsertrag: 1.500 Euro
- noch verfügbarer Sparer-Pauschbetrag: 1.000 Euro
- steuerpflichtiger Betrag: 500 Euro
Die reine Kapitalertragsteuer beträgt vereinfacht 125 Euro. Solidaritätszuschlag und mögliche Kirchensteuer sind noch nicht enthalten. Die tatsächliche Belastung hängt von der persönlichen Steuersituation ab.
Inflation und reale Rendite
Ein positiver Nominalzins garantiert keinen Kaufkraftgewinn. Für die reale Rendite gilt:
Realrendite = (1 + Nominalrendite) ÷ (1 + Inflation) − 1
Bei 3 Prozent Zins und 2,5 Prozent Inflation ergibt sich vor Steuern eine reale Rendite von ungefähr 0,49 Prozent. Liegt die Inflation über der Nettorendite, sinkt die Kaufkraft trotz höherem Kontostand.
Festgeld oder Tagesgeld?
| Merkmal | Festgeld | Tagesgeld |
|---|---|---|
| Zinssatz | für die Laufzeit meist fest | veränderlich |
| Verfügbarkeit | meist bis zum Ende gebunden | täglich verfügbar |
| Planbarkeit | hoch | geringer |
| geeigneter Zweck | Geld mit festem Anlagehorizont | Reserve und kurzfristige Ausgaben |
Festgeld kann sinnvoll sein, wenn das Kapital bis zum vereinbarten Termin nicht benötigt wird. Für eine Notfallreserve ist Tagesgeld meist flexibler.
Festgeldleiter
Bei einer Festgeldleiter wird das Kapital auf unterschiedliche Laufzeiten verteilt. Beispiel bei 30.000 Euro:
- 10.000 Euro für ein Jahr
- 10.000 Euro für zwei Jahre
- 10.000 Euro für drei Jahre
Dadurch wird regelmäßig ein Teil fällig. Das reduziert die vollständige Bindung an einen einzigen Zinssatz und ermöglicht eine schrittweise Wiederanlage.
Zinsänderungs- und Wiederanlagerisiko
Steigen die Marktzinsen nach Abschluss, bleibt ein bestehendes Festgeld am niedrigeren Vertragszins gebunden. Fallen die Zinsen, ist der festgeschriebene höhere Zins vorteilhaft.
Am Laufzeitende kann das neue Zinsniveau deutlich niedriger sein. Der Rechner darf deshalb eine zukünftige Wiederanlage nicht mit dem heutigen Zinssatz als sicher darstellen.
Automatische Verlängerung prüfen
Manche Verträge verlängern sich automatisch, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird. Vor Abschluss sollten geprüft werden:
- Kündigungsfrist und Kündigungsform
- neue Laufzeit
- Zinssatz der Verlängerung
- Behandlung bereits gutgeschriebener Zinsen
Ein Kalenderhinweis vor Laufzeitende verhindert, dass eine gewünschte Auszahlung oder ein Anbieterwechsel verpasst wird.
Vorzeitige Verfügung
Festgeld ist grundsätzlich für eine feste Laufzeit vorgesehen. Eine vorzeitige Auszahlung ist häufig ausgeschlossen oder nur mit Zustimmung der Bank beziehungsweise aus besonderen Gründen möglich.
Mögliche Folgen sind entfallende Zinsen, Gebühren oder eine verzögerte Auszahlung. Der Rechner sollte vorzeitige Verfügbarkeit niemals voraussetzen.
Gesetzliche Einlagensicherung
In Deutschland und der EU sind Einlagen grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Person und Bank gesetzlich geschützt. Zu den zusammengerechneten Einlagen können Festgeld, Tagesgeld, Giro- und Sparguthaben bei derselben Bank gehören.
Unter besonderen Voraussetzungen kann zeitweise ein höherer Schutz bis 500.000 Euro bestehen, beispielsweise bei bestimmten Lebensereignissen. Die Voraussetzungen müssen im Einzelfall geprüft werden.
100.000-Euro-Grenze richtig anwenden
Die Grenze gilt nicht pro Konto und nicht zwingend pro Marke. Entscheidend ist grundsätzlich das Kreditinstitut beziehungsweise die Banklizenz.
Beispiel bei derselben Bank:
- 60.000 Euro Festgeld
- 30.000 Euro Tagesgeld
- 20.000 Euro Giroguthaben
Die Gesamteinlage beträgt 110.000 Euro. Davon sind grundsätzlich 100.000 Euro durch die gesetzliche Sicherung abgedeckt.
Ausländische Banken und Währungsrisiko
Bei einer Bank aus einem anderen EU-Land ist das dort zuständige nationale Sicherungssystem relevant. Zusätzlich sollten Land der Banklizenz, Vertrags- und Kommunikationssprache sowie steuerliche Abwicklung geprüft werden.
Bei Fremdwährungs-Festgeld kann eine günstige Verzinsung durch einen ungünstigen Wechselkurs teilweise oder vollständig aufgezehrt werden.
Unseriöse Festgeldangebote erkennen
BaFin und Verbraucherzentralen warnen vor gefälschten Festgeldportalen und vermeintlichen Vermittlern. Warnzeichen sind unter anderem:
- unrealistisch hohe oder zeitlich stark gedrängte Angebote
- Überweisung auf ein Konto, das nicht eindeutig zur angegebenen Bank gehört
- fehlendes oder unplausibles Impressum
- unaufgeforderte Kontaktaufnahme
- gefälschte Bankunterlagen oder Gütesiegel
- Kombination mit teuren Fonds oder anderen Produkten
Vor der Überweisung sollten Banklizenz, Anbieter und beworbener Zinssatz direkt über verlässliche Quellen geprüft werden.
Angebote richtig vergleichen
Verglichen werden sollten Angebote mit gleichem Anlagebetrag, gleicher Laufzeit und gleicher Zinsgutschrift. Wichtig sind außerdem Einlagensicherung, automatische Verlängerung, Gebühren und Verfügbarkeit.
| Angebot | Zins | Laufzeit | Endkapital bei 20.000 Euro |
|---|---|---|---|
| A | 2,8 % | 2 Jahre | ca. 21.135,68 Euro |
| B | 3,0 % | 2 Jahre | ca. 21.218,00 Euro |
| C | 3,2 % | 2 Jahre | ca. 21.300,48 Euro |
Die Werte gelten bei jährlicher Wiederanlage und vor Steuern sowie Gebühren.
Typische Fehler bei Festgeldrechnern
- Zinsauszahlung und Wiederanlage nicht unterscheiden
- Nominalzins und effektive Jahreswirkung verwechseln
- Steuern und Sparer-Pauschbetrag ignorieren
- Inflation nicht berücksichtigen
- 360- und 365-Tage-Methode vermischen
- Einlagensicherung pro Konto statt pro Bank berechnen
- automatische Verlängerung übersehen
- vorzeitige Verfügbarkeit unterstellen
- Wechselkursrisiko bei Fremdwährung ignorieren
Was ein guter Festgeldrechner anzeigen sollte
- Anlagebetrag, Zinssatz und Laufzeit
- Zinsgutschrift und Wiederanlage
- Bruttozinsen und Endkapital
- vereinfachte Steuerberechnung
- Nettoendkapital und Realwert nach Inflation
- Einlagensicherung pro Person und Bank
- Kündigungs- und Verlängerungshinweis
- Vergleich mehrerer Angebote
Formeln im Überblick
| Berechnung | Formel |
|---|---|
| einfache Zinsen | K × r × t |
| Endkapital jährlich | K × (1+r)t |
| unterjähriger Zinseszins | K × (1+r/m)m×t |
| effektive Jahreswirkung | (1+r/m)m−1 |
| Realrendite | (1+Rendite) ÷ (1+Inflation)−1 |
| monatliche Zinszahlung | K × r ÷ 12 |
Weiterführende Quellen
- BaFin – Festgeld
- BaFin – Einlagensicherung
- BaFin – unseriöse Festgeldangebote
- EStG § 20 – Einkünfte aus Kapitalvermögen
- EStG § 32d – Steuersatz für Kapitalvermögen
- Verbraucherzentrale – Festgeld sicher vergleichen
Fazit
Ein Festgeldrechner berechnet Bruttozinsen und Endkapital einer Termineinlage. Für ein realistisches Ergebnis müssen Laufzeit, Zinsgutschrift, Wiederanlage, Steuern, Gebühren und Inflation berücksichtigt werden.
Festgeld bietet einen festen Zins und hohe Planbarkeit, bindet das Kapital jedoch meist bis zum Laufzeitende. Eine liquide Reserve sollte deshalb getrennt bleiben.
Vor einer Anlage sind Einlagensicherung, Banklizenz, Kündigungsregeln und automatische Verlängerung zu prüfen. Besonders hohe oder ungewöhnlich vermittelte Angebote sollten kritisch kontrolliert werden.
Häufige Fragen zum Festgeldrechner
Wie berechnet man den Endwert von Festgeld?
Bei jährlicher Wiederanlage gilt: Endkapital = Anlagebetrag mal eins plus Zinssatz hoch Laufzeit.
Was ist der Unterschied zwischen einfacher Verzinsung und Zinseszins?
Bei einfacher Verzinsung werden nur auf das Anfangskapital Zinsen berechnet; beim Zinseszins werden gutgeschriebene Zinsen mitverzinst.
Kann Festgeld vorzeitig gekündigt werden?
In der Regel ist das Geld bis zum Laufzeitende gebunden; Ausnahmen und mögliche Kosten ergeben sich aus dem Vertrag.
Wie hoch ist die gesetzliche Einlagensicherung?
Einlagen sind grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Person und Bank gesetzlich geschützt; mehrere Konten derselben Bank werden zusammengerechnet.
Wie werden Festgeldzinsen besteuert?
Zinsen zählen zu den Kapitalerträgen. Oberhalb des verfügbaren Sparer-Pauschbetrags können Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer anfallen.
Was ist eine Festgeldleiter?
Das Kapital wird auf mehrere Laufzeiten verteilt, sodass regelmäßig ein Teil fällig wird und neu angelegt oder genutzt werden kann.
Was ist besser: Festgeld oder Tagesgeld?
Festgeld bietet einen festen Zins und hohe Planbarkeit, Tagesgeld dagegen tägliche Verfügbarkeit und einen veränderlichen Zinssatz.
Ist das Ergebnis des Festgeldrechners garantiert?
Nur die vertraglich vereinbarten Bedingungen sind verbindlich; Steuern, Gebühren, vorzeitige Verfügung und Wiederanlage können das Ergebnis verändern.