Heizkosten- und Wärmepumpenrechner: Verbrauch und Kosten
Heizkosten- und Wärmepumpenrechner PRO
Berechnen Sie Wärmebedarf, Wärmepumpenleistung, Stromverbrauch, Heizkosten, Emissionen, Amortisation und Lebensdauer-Cashflow ohne externe API.
Wärmebedarf
Wärmepumpe
Energiepreise und Wirkungsgrade
Investition und Finanzierung
Emissionsfaktoren
Nur Planungsschätzung. Heizlast, Vorlauftemperaturen, Elektroanschluss, Tarife, Förderung und Gerätekennwerte vor Kauf fachlich prüfen lassen.
Ergebnisse
Monatliches Heizprofil
Vergleich der Heizsysteme
Jährliche Projektion
Ein Heizkosten- und Wärmepumpenrechner verbindet Wärmebedarf, Jahresarbeitszahl, Energiepreise, Anlagenkosten und Emissionen. Er kann eine Wärmepumpe mit Direktstrom, Gas, Heizöl, Flüssiggas, Pellets und Fernwärme vergleichen und zeigt, welche Eingaben das Ergebnis beeinflussen.
Der Rechner ist ein Planungswerkzeug. Eine Wärmepumpe muss trotzdem anhand einer fachgerechten Heizlast, der vorhandenen Heizflächen, der erforderlichen Vorlauftemperatur, der elektrischen Anschlussleistung und der Geräteleistung bei Auslegungstemperatur geplant werden.
Welche Ergebnisse der Rechner liefert
Der Wärmebedarf kann auf vier Wegen bestimmt werden:
- bekannter jährlicher Nutzwärmebedarf;
- beheizte Fläche mal spezifischer Wärmebedarf;
- vereinfachte Transmissions- und Lüftungswärmeverluste;
- historischer Brennstoffverbrauch mal Energieinhalt und Wirkungsgrad.
Zusätzlich werden Warmwasser, Auslegungs-Heizlast, Wärmepumpengröße, Zusatzheizung, JAZ beziehungsweise SCOP, Stromverbrauch, jährliche Kosten, Amortisation, Kapitalwert, Lebensdauerersparnis und CO₂-Emissionen berechnet.
Nutzwärme und Endenergie unterscheiden
Nutzwärme ist die Wärme, die im Gebäude oder Warmwasser ankommt. Endenergie ist die gekaufte Energie. Bei einem Kessel gilt:
Eingekaufte Energie = Nutzwärme ÷ saisonaler Wirkungsgrad.
Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme. Bei einer Jahresarbeitszahl von 4 entstehen aus einer Kilowattstunde Strom im Jahresmittel vier Kilowattstunden Wärme:
Wärmepumpenstrom = Nutzwärme ÷ JAZ.
Die Verbraucherzentrale bezeichnet die JAZ als zentrales Maß der realen Effizienz. Eine deutlich niedrigere gemessene JAZ als erwartet sollte mit dem Fachbetrieb analysiert werden.
Methode 1: bekannter Wärmebedarf
Liegt eine belastbare Nutzwärmeangabe aus Wärmemengenzähler, Sanierungsplanung oder Energieberatung vor, kann sie direkt eingegeben werden. Die überschlägige Heizlast ergibt sich aus:
Heizlast ≈ Jahres-Raumwärme ÷ äquivalente Volllaststunden.
Diese Abkürzung eignet sich für Varianten, aber nicht als endgültige Dimensionierung. Gleiche Jahresverbräuche können unterschiedliche Spitzenlasten haben.
Methode 2: Fläche und spezifischer Wärmebedarf
Jährliche Raumwärme = beheizte Fläche × spezifischer Bedarf.
Der spezifische Wert in kWh/m² pro Jahr hängt von Baualter, Dämmung, Luftdichtheit, Nutzung und Klima ab. Ein regionaler Standardwert ist nur ein Startpunkt.
Methode 3: vereinfachte Wärmeverlustrechnung
Der Transmissionsverlustkoeffizient ist:
HT = Hüllfläche × mittlerer U-Wert.
Der Lüftungsverlust wird näherungsweise berechnet:
HV = 0,33 × Luftwechsel × beheiztes Volumen.
Die Auslegungs-Heizlast ist:
Heizlast = (HT + HV) × Temperaturdifferenz ÷ 1.000.
Der Jahresbedarf kann über Heizgradtage angenähert werden:
Jahreswärme = Gesamtverlustkoeffizient × Heizgradtage × 24 ÷ 1.000 × Nutzungsfaktor.
Ein mittlerer U-Wert ersetzt keine Bauteilaufnahme. Wärmebrücken, unbeheizte Nachbarräume, solare Gewinne und intermittierender Betrieb sind nur grob enthalten.
Methode 4: Brennstoffverbrauch
Nutzwärme = Brennstoffmenge × Energieinhalt × saisonaler Wirkungsgrad.
Mehrere Jahre sind besser als eine einzelne Abrechnung. Verbrauch für Kochen oder Warmwasser muss getrennt werden, wenn die Wärmepumpe nicht dieselben Aufgaben übernimmt. Ein außergewöhnlich milder Winter sollte klimabereinigt werden.
COP, SCOP und Jahresarbeitszahl
Der COP beschreibt einen Prüfpunkt. Der SCOP ist eine saisonale Bewertung unter definierten Bedingungen. Die JAZ wird häufig als Verhältnis aus gemessener Wärmemenge und eingesetztem Strom über ein Jahr verstanden.
Der Rechner erlaubt eine direkte Eingabe oder eine transparente Schätzung:
Geschätzter Saisonwert = Nenn-COP × Klimafaktor × Vorlauffaktor × Restfaktor für Abtauung und Hilfsenergie.
Die Verbraucherzentrale erklärt, dass eine JAZ von 4 vier Einheiten Wärme je Einheit Strom bedeutet. Sie nennt JAZ-Werte ab etwa 3 als effizient, weist aber zugleich auf den Einfluss von Anlage und Betrieb hin.
Vorlauftemperatur und Heizflächen
Je kleiner der Temperaturhub zwischen Wärmequelle und Heizwasser, desto besser arbeitet die Wärmepumpe meist. Große Heizkörper, Flächenheizung, hydraulischer Abgleich und witterungsgeführte Regelung können niedrige Vorlauftemperaturen ermöglichen.
Vor dem Kauf muss die Leistung jeder Heizfläche bei der geplanten Vor- und Rücklauftemperatur geprüft werden. Die alte Kesselleistung ist keine geeignete Grundlage für die Auslegung.
Luft-, Erd- und Wasserwärmepumpen
Luft-Wasser-Wärmepumpen sind häufig einfacher nachzurüsten, verlieren aber bei niedriger Außenluft tendenziell Leistung und Effizienz. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Systeme nutzen stabilere Quellen, benötigen jedoch Bohrung, Kollektor oder Brunnen sowie Genehmigungs- und Standortprüfung.
Der ausgewählte Typ setzt im Rechner nur Ausgangswerte. Schall, Grundstück, Geologie, Wasserrecht, Kältemittel und hydraulisches Konzept müssen separat beurteilt werden.
Leistung bei Auslegungstemperatur
Die Nennleistung im Prospekt kann von der verfügbaren Leistung bei kalter Außenluft und hoher Vorlauftemperatur abweichen:
Empfohlene Nennleistung = Heizlast × Deckungsziel ÷ verfügbarer Leistungsanteil.
Die erforderliche Zusatzleistung ist die nicht gedeckte Heizlast. Eine zu große Maschine kann höhere Investition und häufiges Takten verursachen; eine zu kleine Maschine kann mehr Heizstabstrom benötigen.
Zusatzheizung und Bivalenz
Ein prozentualer Anteil der Jahreswärme kann als Zusatzheizung angesetzt werden. Der Strom der Wärmepumpe ergibt sich aus Wärmepumpenwärme geteilt durch JAZ. Die Zusatzenergie wird durch den Wirkungsgrad des Heizstabs oder zweiten Wärmeerzeugers geteilt.
Das ist keine stundengenaue Bivalenzpunktberechnung. Elektroanschluss, Sperrzeiten und gleichzeitige Hauslasten müssen geprüft werden.
Heizsysteme wirtschaftlich vergleichen
Für Kessel und Fernwärme wird die Nutzwärme durch den Wirkungsgrad geteilt. Anschließend werden Arbeitspreis, Grundpreis und Wartung addiert:
Jahreskosten = Energiebezug × Preis + Grundpreis + Wartung.
Bei Öl, Flüssiggas und Pellets wird der Energiebedarf in Liter oder Kilogramm umgerechnet. Energieinhalt und Kesselverluste sind editierbare Annahmen.
Wann ist Wärmepumpenwärme günstiger?
Kosten je Nutz-kWh Wärmepumpe = Strompreis ÷ JAZ.
Kosten je Nutz-kWh Gas = Gaspreis ÷ Kesselwirkungsgrad.
Bei 0,35 Euro/kWh Strom und JAZ 4 entstehen 8,75 Cent je Nutz-kWh. Gas mit 0,11 Euro/kWh und 90% Wirkungsgrad kostet 12,22 Cent je Nutz-kWh, bevor Grundpreise und Wartung berücksichtigt werden.
Förderung in Deutschland
Die KfW veröffentlicht die aktuelle Heizungsförderung für bestehende Gebäude. Am 20. Juni 2026 nennt sie für private Eigentümer einen Zuschuss von bis zu 70% der förderfähigen Kosten, abhängig von Bonusbedingungen und Höchstbeträgen.
Förderbedingungen, Reihenfolge von Antrag und Auftrag, technische Mindestanforderungen und Haushaltsmittel können sich ändern. Deshalb ist der Zuschuss im Rechner frei einstellbar und muss vor Vertragsabschluss aktuell geprüft werden.
Grundpreise korrekt behandeln
Ein Grundpreis gehört nur dann vollständig zur Einsparung, wenn der Anschluss nach dem Systemwechsel tatsächlich entfällt. Bleibt Gas zum Kochen oder als Spitzenlast erhalten, fällt der Grundpreis weiter an. Umgekehrt kann eine Wärmepumpe einen höheren Stromtarif, eine zusätzliche Messung oder einen speziellen Wärmepumpentarif haben. Diese Vertragsdetails sollten separat dokumentiert werden.
Investitionsvergleich und Amortisation
Mehrinvestition = Wärmepumpenkosten − Förderung − Kosten der ohnehin notwendigen Alternativheizung.
Notwendige Heizkörper, Speicher, Elektroarbeiten, Erdarbeiten und Schallschutz gehören in die Wärmepumpenkosten. Ein kostenloses Weiterlaufen einer alten Heizung darf nur angesetzt werden, wenn sie tatsächlich weiter nutzbar ist.
Die einfache Amortisation summiert nominale Einsparungen. Diskontierte Amortisation und Kapitalwert berücksichtigen den Zeitwert des Geldes. Energiepreissteigerungen sollten in mehreren Szenarien geprüft werden.
Emissionen
Emissionen = eingekaufte Energie × Emissionsfaktor.
Das Ergebnis beschreibt Betriebsenergie. Herstellung, Kältemittel, Vorketten und Entsorgung sind nur enthalten, wenn der gewählte Faktor sie berücksichtigt. Der Strommix verändert sich im Zeitverlauf.
Monatsprofil und Datenexport
Raumwärme wird nach einem regionalen Saisonprofil verteilt, Warmwasser gleichmäßiger. Die Darstellung zeigt mögliche Winterspitzen, ersetzt aber kein Wetter- oder Stundenmodell. Monats- und Jahresdaten können als CSV geprüft werden.
Warmwasser getrennt betrachten
Warmwasser fällt ganzjährig an und benötigt häufig höhere Temperaturen als die Raumheizung. Der Rechner addiert deshalb einen eigenen Warmwasserbedarf und verteilt ihn gleichmäßiger über die Monate. Wird regelmäßig ein elektrischer Heizstab zur Legionellenschaltung, zum schnellen Nachladen oder bei hoher Zapfung verwendet, steigt der Strombedarf. Ein vorhandener Speicher muss zur Wärmepumpe passen; Größe, Wärmetauscherfläche, Bereitschaftsverluste und Ladezeiten gehören in die Fachplanung.
Praxisbeispiel mit Wärmepumpe und Gas
Angenommen werden 17.500 kWh Nutzwärme, eine JAZ von 3,5, ein Strompreis von 0,32 Euro/kWh und 180 Euro Wartung. Die Wärmepumpe benötigt rund 5.000 kWh Strom. Ohne Grundpreis entstehen etwa 1.780 Euro pro Jahr. Ein Gaskessel mit 90% Wirkungsgrad benötigt rund 19.444 kWh Gas. Bei 0,10 Euro/kWh, 120 Euro Grundpreis und 140 Euro Wartung liegen die Jahreskosten bei ungefähr 2.204 Euro. Das Beispiel zeigt die Rechenlogik, nicht die künftige Preisentwicklung.
Sensitivität statt Einzelergebnis
Die Wirtschaftlichkeit reagiert besonders stark auf JAZ, Strompreis, Gaspreis, Zusatzheizung und Investitionskosten. Rechnen Sie mindestens drei Varianten. Eine konservative Variante verwendet niedrigere JAZ, höhere Investition und geringe Energiepreissteigerung. Die mittlere Variante nutzt realistische Angebots- und Verbrauchswerte. Eine günstige Variante kann bessere JAZ und niedrigeren Wärmepumpentarif ansetzen. Nur wenn die Entscheidung in mehreren plausiblen Varianten trägt, ist sie robust.
Betrieb nach der Inbetriebnahme kontrollieren
Eine Prognose sollte später mit Messwerten verglichen werden. Wärmemengenzähler und separater Stromzähler ermöglichen die tatsächliche JAZ: abgegebene Wärme geteilt durch Wärmepumpenstrom. Prüfen Sie zusätzlich Heizstabverbrauch, Vorlauftemperaturen, Taktung und Raumkomfort. Weicht die JAZ deutlich ab, können Heizkurve, Volumenstrom, hydraulischer Abgleich, Speicherbetrieb oder Warmwassereinstellungen die Ursache sein. Änderungen sollten gemeinsam mit dem Fachbetrieb erfolgen.
Häufige Fehler
- Gasbezug und Nutzwärme gleichsetzen;
- Prüf-COP als Jahresarbeitszahl verwenden;
- Warmwasser und Heizstab vergessen;
- Nennleistung statt Kaltwetterleistung einsetzen;
- Vorlauftemperatur und Heizkörper nicht prüfen;
- Förderung ohne bestätigte Voraussetzungen abziehen;
- Wärmepumpe gegen eine kostenlose Kesselneuanschaffung vergleichen;
- einen Energiepreis über 20 Jahre unverändert annehmen;
- Online-Ergebnis als Heizlastberechnung behandeln.
So wird die Schätzung belastbarer
Nutzen Sie Wärmemengenzähler, mehrere Brennstoffjahre oder eine fachgerechte Heizlast. Dokumentieren Sie Preise, Wirkungsgrade und Bezugszeitpunkte. Prüfen Sie die Geräteleistung bei örtlicher Auslegungstemperatur und geplanter Vorlauftemperatur.
Fordern Sie Raumheizlast, Heizflächenprüfung, Hydraulikschema, Schallnachweis, Elektroanforderungen, erwartete JAZ und Inbetriebnahmeprotokoll schriftlich an. Vergleichen Sie mindestens zwei vollständige Angebote.
Häufig gestellte Fragen
Sind COP und JAZ identisch?
Nein. COP gilt für einen Betriebspunkt, die JAZ beschreibt die saisonale beziehungsweise gemessene Jahresleistung.
Kann der Gasverbrauch die Wärmepumpengröße bestimmen?
Er unterstützt eine Plausibilitätsprüfung, ersetzt aber nicht die Auslegungs-Heizlast.
Muss Warmwasser berücksichtigt werden?
Ja, wenn die Wärmepumpe es erzeugt. Höhere Warmwassertemperaturen können die JAZ senken.
Ist eine größere Wärmepumpe immer sicherer?
Nein. Überdimensionierung kann Kosten und Takten erhöhen.
Prüft der Rechner die KfW-Förderung?
Nein. Er übernimmt nur einen eingegebenen Zuschuss; Anspruch und Höhe müssen aktuell geprüft werden.
Ersetzt der Rechner eine Fachplanung?
Nein. Er ist eine transparente Vorabschätzung.
Offizielle und fachliche Quellen
- KfW: aktuelle Heizungsförderung
- KfW Zuschuss 458
- Verbraucherzentrale: Wärmepumpe und Jahresarbeitszahl
- Verbraucherzentrale: Technik und Kontrolle der JAZ
Informationen und Links geprüft: 20. Juni 2026.