Reifengrößen-Rechner
Vergleichen Sie zwei Reifengrößen und sehen Sie sofort Unterschiede bei Durchmesser, Umfang und Geschwindigkeit.
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Ein Reifengrößen-Rechner vergleicht zwei oder mehrere Reifendimensionen und zeigt, wie sich Flankenhöhe, Gesamtdurchmesser und theoretischer Abrollumfang verändern. Das ist hilfreich, wenn größere Felgen geplant, Winterräder ausgewählt oder alternative Rad-Reifen-Kombinationen technisch eingeordnet werden sollen.
Der Rechner beantwortet jedoch nur die geometrische Frage. Ob eine bestimmte Kombination tatsächlich am Fahrzeug verwendet werden darf, ergibt sich aus Zulassungsbescheinigung, CoC-Dokument, Felgenunterlagen und gegebenenfalls einer technischen Abnahme. Auch Tragfähigkeit, Geschwindigkeitsindex, Freigängigkeit und die Eignung für Fahrzeugsysteme müssen passen.
Wichtig: Eine geringe Abweichung beim berechneten Abrollumfang ist kein automatischer Nachweis der Zulässigkeit. Der Rechner dient zum Vergleich, ersetzt aber keine Herstellerfreigabe, ABE, Begutachtung oder Eintragung.
Was bedeutet 225/45 R17 94Y?
Eine vollständige Reifenbezeichnung enthält mehrere Informationen:
- 225: nominelle Reifenbreite in Millimetern;
- 45: Flankenhöhe als Prozentwert der Reifenbreite;
- R: Radialbauweise;
- 17: Felgendurchmesser in Zoll;
- 94: Lastindex;
- Y: Geschwindigkeitsindex.
Der Rechner nutzt für die Geometrie vor allem Breite, Querschnitt und Felgendurchmesser. Last- und Geschwindigkeitsindex bleiben trotzdem entscheidend, wenn eine neue Dimension ausgewählt wird.
Flankenhöhe berechnen
Die zweite Zahl ist keine feste Millimeterangabe. Sie beschreibt das Verhältnis von Flankenhöhe zur Reifenbreite.
Flankenhöhe = Reifenbreite × Querschnitt / 100
Für 225/45 R17:
225 × 45 / 100 = 101,25 mm
Die Reifenflanke ist theoretisch 101,25 Millimeter hoch.
Felgendurchmesser in Millimeter
Der Felgendurchmesser wird in Zoll angegeben. Ein Zoll entspricht 25,4 Millimetern.
Felgendurchmesser in mm = Zoll × 25,4
Für 17 Zoll:
17 × 25,4 = 431,8 mm
Gesamtdurchmesser des Reifens
Zum Felgendurchmesser kommen oben und unten jeweils eine Reifenflanke hinzu.
Gesamtdurchmesser = Felgendurchmesser + 2 × Flankenhöhe
Für 225/45 R17:
431,8 + 2 × 101,25 = 634,3 mm
Der theoretische Außendurchmesser beträgt damit 634,3 Millimeter.
Abrollumfang berechnen
Der theoretische Umfang ergibt sich aus Durchmesser mal Pi:
Abrollumfang ≈ Gesamtdurchmesser × π
Für 225/45 R17:
634,3 × π ≈ 1.992,71 mm
Das entspricht ungefähr 1,993 Metern pro vollständiger Radumdrehung.
Der reale Abrollumfang kann durch Reifenmodell, Luftdruck, Belastung, Profiltiefe und Verformung abweichen. Ein Online-Rechner liefert deshalb einen geometrischen Vergleichswert und keine exakte Messung am Fahrzeug.
Zwei Reifengrößen vergleichen
Die prozentuale Abweichung wird meist auf den Umfang der Ausgangsgröße bezogen:
Abweichung = (neuer Umfang − alter Umfang) / alter Umfang × 100
Ein positives Ergebnis bedeutet einen größeren, ein negatives Ergebnis einen kleineren theoretischen Umfang.
Beispiel: 205/55 R16, 225/45 R17 und 225/40 R18
| Reifengröße | Flankenhöhe | Durchmesser | Umfang | Abweichung zu 205/55 R16 |
|---|---|---|---|---|
| 205/55 R16 | 112.75 mm | 631.90 mm | 1985.17 mm | 0.00 % |
| 225/45 R17 | 101.25 mm | 634.30 mm | 1992.71 mm | 0.38 % |
| 225/40 R18 | 90.00 mm | 637.20 mm | 2001.82 mm | 0.84 % |
Die drei Dimensionen liegen geometrisch relativ nahe beieinander. Daraus folgt aber nicht, dass jede davon für jedes Fahrzeug zulässig ist. Freigegebene Kombinationen müssen fahrzeugbezogen geprüft werden.
Wie beeinflusst der Umfang den Tachometer?
Viele Fahrzeugsysteme leiten Geschwindigkeit und Strecke aus der Radbewegung ab. Wird der tatsächliche Umfang größer, legt das Fahrzeug bei derselben Zahl von Radumdrehungen mehr Strecke zurück. Die reale Geschwindigkeit kann dadurch gegenüber der bisherigen Berechnung steigen.
Bei einem kleineren Umfang ist der Effekt umgekehrt: Das Rad dreht sich für dieselbe Strecke häufiger, wodurch der Tacho eher mehr anzeigen kann.
Ob eine Änderung noch zulässig ist oder eine Tachoprüfung erforderlich wird, kann ein allgemeiner Rechner nicht verbindlich feststellen.
Theoretische Tachoabweichung berechnen
Für eine grobe geometrische Einschätzung kann die tatsächliche Geschwindigkeit mit dem Verhältnis der Umfänge verglichen werden:
Tatsächliche Geschwindigkeit ≈ angezeigte Geschwindigkeit × neuer Umfang / alter Umfang
Beispiel: Der neue Umfang ist 1 Prozent größer. Bei unveränderter Kalibrierung entspräche eine Anzeige von 100 km/h theoretisch ungefähr 101 km/h tatsächlicher Geschwindigkeit.
Das ist nur ein Rechenmodell. Reale Anzeigen enthalten Fahrzeugtoleranzen, und der dynamische Abrollumfang entspricht nicht exakt dem geometrischen Kreisumfang.
Bodenfreiheit und Fahrzeughöhe
Ändert sich der Reifendurchmesser, verändert sich der Radius um die Hälfte der Durchmesserdifferenz.
Änderung der Bodenfreiheit ≈ (neuer Durchmesser − alter Durchmesser) / 2
Wird der Durchmesser beispielsweise 10 Millimeter größer, steigt die theoretische Bodenfreiheit um ungefähr 5 Millimeter. Gleichzeitig rückt der Reifen näher an Radhaus, Federbein oder Karosserie.
Freigängigkeit richtig beurteilen
Ein ähnlicher Außendurchmesser garantiert nicht, dass ein Reifen mechanisch passt. Entscheidend sind außerdem:
- Reifen- und Felgenbreite;
- Einpresstiefe der Felge;
- Platz zum Federbein und Bremssattel;
- Abstand zur Karosserie bei vollem Lenkeinschlag;
- Freigängigkeit bei Einfederung und Beladung;
- zulässige Felgen-Reifen-Zuordnung.
Diese Werte kann ein reiner Reifengrößen-Rechner nicht vollständig beurteilen.
Lastindex prüfen
Der Lastindex gibt die maximal zulässige Belastung eines einzelnen Reifens unter festgelegten Bedingungen an. Er muss zur erforderlichen Achslast und zur Fahrzeugfreigabe passen.
Eine geometrisch passende Größe mit zu geringer Tragfähigkeit ist ungeeignet. Beim Vergleich sollte deshalb die vollständige Kennzeichnung verwendet werden, nicht nur der Teil wie 225/45 R17.
Geschwindigkeitsindex prüfen
Der letzte Buchstabe der Reifenbezeichnung steht für die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Reifens. Beispiele sind H, V, W und Y.
Der erforderliche Index hängt vom Fahrzeug und der konkreten Reifenart ab. Für bestimmte Winterreifen gelten besondere Regelungen, wenn ihre zulässige Geschwindigkeit unter der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs liegt. Auch dann darf die angegebene Reifengeschwindigkeit im Betrieb nicht überschritten werden.
Zulässige Reifengrößen finden
In der Zulassungsbescheinigung Teil I stehen Reifendimensionen in den Feldern 15.1 und 15.2. Dort ist häufig nur eine Kombination aufgeführt.
Weitere serienmäßig genehmigte Kombinationen können im CoC-Dokument des Fahrzeugs stehen. Für Zubehörfelgen sind außerdem ABE, ECE-Genehmigung oder Gutachten relevant. Ist eine gewünschte Kombination von keiner passenden Genehmigung abgedeckt, kann eine technische Begutachtung und Eintragung erforderlich sein.
Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen
Die korrekte Dimension gilt unabhängig von der Saison. Winter- oder Ganzjahresreifen müssen bei winterlichen Straßenverhältnissen zusätzlich die geltenden Anforderungen erfüllen.
Seit dem Ende der Übergangsregelung für ältere M+S-Reifen ist für die Anerkennung als Winterreifen das Alpine-Symbol – Bergpiktogramm mit Schneeflocke – maßgeblich. Ein Größenrechner prüft dieses Symbol nicht; es muss direkt auf dem Reifen kontrolliert werden.
Profiltiefe und berechneter Umfang
Mit zunehmendem Verschleiß wird der reale Außendurchmesser etwas kleiner. Der geometrische Rechner verwendet dagegen die nominelle Neugröße.
In Deutschland muss das Hauptprofil von Pkw-Reifen gesetzlich mindestens 1,6 Millimeter tief sein. Für den Reifenkauf sollte jedoch nicht nur die gesetzliche Untergrenze betrachtet werden, weil Fahreigenschaften bei Nässe oder winterlichen Bedingungen bereits vorher nachlassen können.
Breite oder schmale Reifen?
Breitere Reifen können auf trockener Fahrbahn Vorteile bei Lenkpräzision und Haftung bieten. Gleichzeitig können Gewicht, Rollwiderstand, Preis und Aquaplaning-Empfindlichkeit steigen.
Schmalere Reifen besitzen bei gleichem Außendurchmesser häufig eine höhere Flanke. Das kann den Federungskomfort verbessern. Auf Schnee und Schneematsch kann eine schmalere freigegebene Dimension ebenfalls Vorteile haben.
Die optimale Wahl hängt vom Fahrzeug, der Saison, dem Fahrprofil und den freigegebenen Größen ab.
Felgengröße und Fahrkomfort
Wird bei nahezu gleichem Außendurchmesser eine größere Felge verwendet, muss die Reifenflanke meist niedriger werden.
- Niedrige Flanke: direkteres Lenkgefühl, weniger Eigendämpfung;
- Höhere Flanke: mehr Dämpfung und häufig besserer Schutz bei Schlaglöchern;
- Größere Räder: können schwerer und teurer sein;
- Kleinere Räder: können mehr Platz für Schneeketten bieten, sofern freigegeben.
Reifengröße bei Elektroautos
Bei Elektrofahrzeugen wirken sich Reifen besonders auf Reichweite, Geräusch und Fahrkomfort aus. Breite, Rollwiderstand, Luftdruck und Radgewicht beeinflussen den Energiebedarf.
Zudem sind Elektrofahrzeuge häufig schwerer und benötigen Reifen mit passender Tragfähigkeit. Eine alternative Dimension sollte deshalb nicht nur nach Umfang, sondern auch nach Lastindex und Herstellerfreigabe ausgewählt werden.
Typische Fehler beim Größenvergleich
- Der Querschnittswert wird als feste Millimeterhöhe gelesen.
- Der Felgendurchmesser wird nicht von Zoll in Millimeter umgerechnet.
- Nur der Außendurchmesser wird geprüft, nicht aber Felgenbreite und Einpresstiefe.
- Lastindex und Geschwindigkeitsindex werden übersehen.
- Ein rechnerisch kleiner Unterschied wird mit einer Freigabe verwechselt.
- Realer und theoretischer Abrollumfang werden gleichgesetzt.
- Vorder- und Hinterachse werden trotz unterschiedlicher Vorgaben identisch behandelt.
- Winterkennzeichnung und Schneekettenfreigabe werden nicht geprüft.
Was ein guter Reifengrößen-Rechner anzeigen sollte
- Flankenhöhe in Millimetern;
- Felgendurchmesser in Millimetern;
- Gesamtdurchmesser;
- theoretischen Abrollumfang;
- prozentuale Abweichung zur Ausgangsgröße;
- Änderung der theoretischen Bodenfreiheit;
- grobe Tachoauswirkung;
- deutlichen Hinweis, dass Zulässigkeit separat geprüft werden muss.
Formeln im Überblick
| Berechnung | Formel |
|---|---|
| Flankenhöhe | Breite × Querschnitt / 100 |
| Felge in mm | Zoll × 25,4 |
| Gesamtdurchmesser | Felge in mm + 2 × Flankenhöhe |
| Theoretischer Umfang | Durchmesser × π |
| Umfangsabweichung | (neu − alt) / alt × 100 |
| Bodenfreiheitsänderung | (neuer Durchmesser − alter Durchmesser) / 2 |
Weiterführende Quellen
- ADAC – Reifengröße und Reifenbreite
- § 36 StVZO – Bereifung und Laufflächen
- Kraftfahrt-Bundesamt
- TÜV Rheinland
Fazit
Ein Reifengrößen-Rechner macht sichtbar, wie Breite, Querschnitt und Felgendurchmesser den theoretischen Außendurchmesser und Abrollumfang beeinflussen. Dadurch lassen sich alternative Dimensionen technisch vergleichen und auffällige Abweichungen früh erkennen.
Die Berechnung allein entscheidet jedoch nicht über die Zulässigkeit. Vor der Montage müssen Fahrzeugpapiere, CoC, Felgenunterlagen, Tragfähigkeit, Geschwindigkeitsindex und Freigängigkeit geprüft werden. Bei Unsicherheit ist eine Reifenfachwerkstatt oder Prüforganisation die richtige Anlaufstelle.
Häufige Fragen zum Reifengrößen-Rechner
Was bedeutet 225/45 R17?
225 mm Breite, 45 Prozent Querschnitt, Radialbauweise und 17 Zoll Felgendurchmesser.
Wie wird die Reifenflanke berechnet?
Reifenbreite × Querschnitt / 100.
Wie berechnet man den Gesamtdurchmesser?
Felgendurchmesser in Millimetern plus zweimal die Flankenhöhe.
Warum ist der Abrollumfang wichtig?
Er beeinflusst die zurückgelegte Strecke pro Umdrehung und kann Tacho sowie Fahrzeugsysteme betreffen.
Ist eine geringe Abweichung automatisch zulässig?
Nein. Die fahrzeugbezogene Freigabe muss separat geprüft werden.
Wo stehen zulässige Reifengrößen?
In der Zulassungsbescheinigung, im CoC-Dokument und gegebenenfalls in Felgen- oder Fahrzeugunterlagen.
Was bedeuten Last- und Geschwindigkeitsindex?
Sie geben die zulässige Belastung und Höchstgeschwindigkeit des Reifens an.
Berechnet das Tool die reale Tachoabweichung exakt?
Nein. Es liefert nur eine theoretische geometrische Einschätzung.